Kurzfassung: Roland Berger, Deutschlands größte Strategieberatung, und der führende Restrukturierungsexperte Ralf Schmitz gründen ein gemeinsames Unternehmen für CRO-Mandate. Ziel ist die stärkste Restrukturierungsführung im deutschsprachigen Markt.

Deutschland steuert auf einen schwereren Restrukturierungszyklus zu. Finanzierungskosten, schwächere Auftragsbücher und strengere Kreditgeber setzen Unternehmen in Industrie, Automobil, Energie und im mittelständischen Maschinenbau unter Druck. Vor diesem Hintergrund haben Roland Berger und Ralf Schmitz ein neues Restrukturierungsvehikel angekündigt: die Ralf Schmitz CRO Management GmbH. Sie startet im Januar 2026.

Das ist keine kleine Partnerschaft. Es ist ein struktureller Schritt.

Ein neues Schwergewicht in der deutschen Restrukturierung

Das Handelsblatt hat die Nachricht zuerst gemeldet, Roland Berger hat die Details bestätigt: Das Unternehmen verbindet die persönliche Marke von Schmitz mit der globalen Lieferplattform von Roland Berger, um das größte CRO-Team im deutschsprachigen Markt aufzubauen.

Das Betriebsmodell ist klar:

  • Schmitz bringt Glaubwürdigkeit bei Kreditgebern, Banken und Insolvenzbeteiligten.
  • Roland Berger bringt Größe, Expertise und internationalen Zugang zu Spezialisten.
  • Das neue Unternehmen stellt erfahrene CROs, die in angespannten und notleidenden Lagen die volle operative Verantwortung übernehmen.

Roland-Berger-CEO Marcus Berret beschrieb es als neue Kraft in der Restrukturierung, getragen von einem großen Expertenteam und einem globalen Netzwerk.

Das ist keine Beratung. Das ist Umsetzung.

Warum das jetzt zählt

  1. Die Restrukturierungsnachfrage steigt: Unternehmenskrisen in Deutschland beschränken sich nicht mehr auf die klassischen insolvenzanfälligen Branchen. Druck aus der Energiewende, Investitionen in Software und Automatisierung und fragile Lieferketten treffen Unternehmen gleichzeitig. Kreditgeber werden ungeduldiger, Aufsichtsgremien nervöser. Die Nachfrage nach CROs steigt, wenn aus Unklarheit Risiko wird.
  2. Operatoren sind knapp: Der Markt hat viele Berater. Er hat nicht viele Menschen, die schnell ein Unternehmen übernehmen, Liquidität steuern, Beteiligte stabilisieren und strategische und operative Pläne parallel führen können. Schmitz ist einer der wenigen, die das können. Roland Berger ist eines der wenigen Häuser mit der internen Breite, das zu unterstützen.
  3. Vorstände wollen Verantwortung, keine Präsentationen: In angespannten Lagen wollen Unternehmen jemanden, der die Last trägt, entscheidet und vor die Kreditgeber tritt. Beratungslastige Modelle ohne operative Führung verlieren an Zugkraft. Vertrauen und Autorität zählen mehr als Köpfe.
  4. Deutschland brauchte eine skalierte CRO-Plattform: CRO-Arbeit in der DACH-Region war jahrelang zersplittert. Es gibt starke Boutiquen und einzelne Operatoren, aber es fehlte eine große, markenstarke, umsetzungsorientierte Plattform mit nationaler und internationaler Abdeckung. Dieser Schritt schließt die Lücke.

Was das für Beratungen signalisiert

Das passt zu einem breiteren Trend, den wir in früheren Beiträgen beschrieben haben, etwa dazu, warum mittelgroße Häuser im Wettbewerb kämpfen und wie sich Partner-Besetzungen im KI-Zeitalter verändern.

In Strategie und Restrukturierung fallen drei Verschiebungen auf:

Verschiebung 1: Umsetzungsglaubwürdigkeit schlägt theoretische Expertise
In einer Liquiditätskrise brauchen Vorstände keine theoretischen Frameworks. Sie brauchen CROs, die vom ersten Tag an Workstreams führen, die Liquidität stabilisieren und Beteiligte bewegen.

Verschiebung 2: Senior-Kapazität ist der Engpass
KI beschleunigt klassische Beratungsaufgaben. Sie schafft keine neuen erfahrenen Operatoren. Der Engpass in der Restrukturierung sind nicht Daten, sondern Urteilsvermögen, die Führung von Beteiligten und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Verschiebung 3: Grenzüberschreitende Fähigkeiten sind unverzichtbar
Viele deutsche Restrukturierungen betreffen globale Lieferketten, ausländische Kreditgeber, Auslandsgesellschaften und internationale Private-Equity-Eigentümer. Die Präsenz von Roland Berger gibt der neuen Plattform eine Reichweite, die eigenständige Boutiquen selten haben.

Folgen für Besetzungen und Führung

Für Beratungen:

  • CRO-Talente werden schwerer zu gewinnen und teurer.
  • Plattformen, die Marke, Spezialistenzugang und bewährte Operatoren verbinden, gewinnen Marktanteile.
  • Kunden bewerten Häuser nach der Stärke ihrer Interimsführung, nicht nach der Zahl ihrer Berater.

Für Senior-Kandidaten:

  • Umsetzungserfahrung wird wertvoller als Transformationserfahrung.
  • Das Vertrauen der Beteiligten wird zum Unterscheidungsmerkmal.
  • branchen- und grenzüberschreitende, liquiditätslastige Fälle werden zu Karrierebeschleunigern.

Aus meiner Perspektive in der Senior-Suche ist das Signal klar.
Angeschlagene Unternehmen wollen Urteilsvermögen, Tempo und Glaubwürdigkeit im Raum. Sie wollen Menschen, die einen Vorstand stabilisieren, mit Kreditgebern arbeiten und Verantwortung für Ergebnisse übernehmen.

Die neue Plattform positioniert sich genau an dieser Schnittstelle.

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Handelsblatt: Berater: Roland Berger und Ralf Schmitz – Top-Sanierer verbünden sich Originalartikel lesen
Autorin: Tanja Kewes | 18. November 2025

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